Paddle- Carbon oder Alu?

Ein Paddle dient bei der Freizeitaktivität bzw. bei dem Wassersport Stand-up-Paddling gewissermaßen als Motor, da es erst durch die Bewegung des Paddles ermöglicht wird, auf dem Wasser voranzukommen. Daneben werden selbstverständlich auch viele weitere Punkte relevant, wie zum Beispiel das Halten der Balance und der Koordination und das jeweilige Fitnesslevel des Sportlers.

Insofern wird bereits an dieser Stelle deutlich, wie wichtig es ist bei einem Paddle auf die richtigen Eigenschaften zu achten. Selbst bei einem sehr guten SUP Board, benötigt es dennoch eines qualitativ hochwertigen Paddels, damit man das Board gut steuern und manövrieren kann. Des Weiteren werden Punkte wie die Langlebigkeit, Robustheit und Nutzerfreundlichkeit relevant.

Was jedoch zu den richtigen Eigenschaften zählt, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Insbesondere das Material differiert von Hersteller zu Hersteller, sodass man bei jedem Angebot gesondert nachprüfen muss, ob das verbaute Material auch tatsächlich zum jeweiligen Benutzer bzw. Sportler passt.

Am Ende dieses Beitrags werden wir im Rahmen der FAQs auf die am häufigsten gestellten Fragen antworten. Wer sich also auf die Schnelle einen guten Überblick verschaffen möchte oder sogar bereits konkrete Fragen hat, sollte darauf einen Blick werfen.

Warum ist das Material von Bedeutung?

Wir haben bereits erwähnt, dass das Paddle an sich schon wichtig für die Handhabung und die Bewegung des SUP Boards ist. Konkreter geht es jedoch darum, dass das jeweilige Material unmittelbaren Einfluss auf die Schwimmfähigkeit und die Strapazierfähigkeit hat. Je nach verbautem Material ändert sich die Dynamik und Performance beim Stand-up-Paddling. Je nachdem welches Material verwendet wurde, hat dies einen Einfluss auf die jeweilige Übertragung der Kraft auf das Wasser.

Des Weiteren beeinflusst das Material auch das Eigengewicht, sodass jeder Benutzer individuell entscheiden muss, ob das angebotene Produkt zu ihm passt. Dies wiederum hängt davon ab, welches Ziel der Sportler erreichen möchte und welches SUP-Board er nutzen möchte.

In den meisten Fällen setzen die Hersteller auf drei verschiedene Arten von Materialien. Neben Aluminium und Carbon wird auch häufig Fiberglas verwendet.

Im heutigen Beitrag beziehen wir uns jedoch lediglich auf die Materialien Aluminium und Carbon. Dazu werden wir Ihnen die zwei verschiedenen Materialien im Einzelnen auflisten und mit den maßgeblichen Eigenschaften erläutern.

Darauf aufbauend lassen sich diverse Vor- und Nachteile herausfiltern. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass zu dieser Beurteilung die Perspektive von wesentlicher Bedeutung ist und somit unmittelbar mit dem jeweiligen Zweck zusammenhängt.

Die Materialien im Überblick

Aluminium: Aluminium ist als Stoff dafür bekannt, besonders leicht zu sein. Dies ist grundsätzlich auch der Grund dafür, weshalb er als Material für Paddles zur Anwendung kommt. Dennoch ist Aluminium im direkten Verhältnis zu Carbon deutlich schwerer. Dabei kann das Eigengewicht im Durschnitt bis zu einem Kilogramm höher sein als bei einem vergleichbaren Modell aus Carbon. Das höhere Gewicht wirkt sich vor allem bei der Performance des Paddels und der Ausdauer des Sportlers aus. Insbesondere bei längeren Touren muss man damit rechnen, dass das Paddeln mit jedem Schlag schwerer wird und man im Endergebnis mehr Tonnen bewegt hat, als dies mit einem leichteren Paddel vorgekommen wäre.

Im Hinblick auf die Performance lässt sich festhalten, dass jene Produkte aus Aluminium in puncto Festigkeit und Starrheit schwächer sind als Produkte aus Carbon. Beim Paddeln wirkt sich dies dergestalt aus, dass die Schwimmfähigkeit nach einer kürzeren Zeit nachlässt. Wer diesem Umstand entgegenwirken möchte, kann jedoch das Paddel mit einem Schwimmkörper versehen. Dies sorgt unter anderem auch für eine höhere Geschwindigkeit beim Fahren.

Der größte Vorteil eines Paddels aus Aluminium besteht vermutlich im Hinblick auf die erhöhte Robustheit. Beim Stand-up-Paddling kann es nämlich nicht selten vorkommen, dass das Paddel in direkten Kontakt mit Steinen oder anderen harten Einflüssen gerät. Und auch bei anderen unsachgemäßen Einwirkungen, muss man sich bei einem Alu-Paddel keine großen Gedanken um etwaige Schäden machen. Der Stoff ist sehr robust und lässt daher einige Strapazen über sich ergehen.

Ein weiterer Vorteil eines Paddels aus Aluminium ist unter anderem auch der günstige Preis.  Auf Grund der einfacheren Art und Weise der Produktion von Aluminium und der weitverbreiteten Verfügbarkeit, ist Aluminium in der Herstellung deutlich günstiger als das komplexere Industriematerial Carbon. Insofern lassen sich bereits einige Modell finden, welche ab 50 Euro angeboten werden.

Diese beiden Vorteile kombiniert, also der niedrige Preis und die erhöhte Widerstandsfähigkeit, sind vor allem der Grund dafür, weshalb vermehrt Anfänger und Einsteiger auf dieses Material zurückgreifen. Letztlich muss man lediglich seine eigene Fitness im Auge behalten und gut einschätzen können. Zu Beginn macht man aber mit einem Paddel aus Aluminium nichts falsch.

Als kleiner Tipp lässt sich festhalten, dass ein Paddel aus Aluminium nach dem Gebrauch im Salzwasser gründlich mit Süßwasser abgespült und gereinigt werden müssen. Andernfalls kann nicht mehr die komplette Funktionalität gewährleistet werden.

Carbon: Ein Paddel aus Carbon zeichnet sich dadurch aus, dass es während des Fahrens deutlich dynamischer agieren kann. Dies hängt unter anderem mit zwei Faktoren zusammen, welche das Material ausmachen.

Zum einen ist auf das geringe Gewicht hinzuweisen. Somit kann das Paddel nicht nur leichter, sondern auch schneller eingesetzt werden, was die komplette Dynamik positiv beeinflusst und auch etwaige Wendetechniken verbessert,

Zum anderen hängt die erhöhte Dynamik auch mit der Steifigkeit von Carbon zusammen. Insofern gibt das Paddle beim Paddeln kaum nach und ein besseres Vorantreiben wird garantiert.

Paddles aus Carbon werden jedoch zunehmend von Profis oder erfahrenen Sportlern verwendet. Dies hängt insbesondere mit der Empfindlichkeit des Stoffes zusammen.

Unabhängig davon, ob es zu starken Einwirkungen kommt oder das Paddel lediglich von leichten Erschütterungen getroffen wird, muss im Hinterkopf behalten werden, dass die Carbonfasern sehr empfindlich sind. Im Endeffekt kann dies dazu führen, dass kleine Risse in den Fasern entstehen. Diese können immer weiter reißen. Problematisch ist, dass dies nicht unmittelbar sofort wahrgenommen werden kann, sodass ein geschultes Auge notwendig ist.

Gegebenenfalls lässt sich die Robustheit des Paddels dadurch erhöhen, dass das Blatt des Paddels zusätzlich verstärkt wird. Dies ist zum Beispiel mit Hilfe von ovalisierten Carbonrohren möglich. Neben der Erhöhung der Robustheit hat dies auch einen positiven Nebeneffekt auf die allgemeine Performance beim Paddeln.

Allerdings handelt es sich bei Carbon um ein hochpreisiges Material, sodass man bei der Anschaffung eines Paddels im Schnitt mit mindestens 120 Euro rechnen muss.

FAQ- Häufig gestellte Fragen und Antworten

Welches Material bei einem Paddle eignet sich am besten für Anfänger?

In der Regel werden für Anfänger und Einsteiger Paddles aus Aluminium angeboten. Dies hängt jedoch vor allem mit zwei wesentlichen Eigenschaften zusammen. Zum einen sind jene Produkte günstiger, als andere Materialien. Wer dieser Aktivität also zum ersten Mal nachgeht und erst einmal testen möchte, ob er dabei Freude empfindet, sollte zunächst nicht zu viel Geld investieren. Zum anderen ist Aluminium recht strapazierfähig, sodass man sich bei einem unsachgemäßen Umgang oder etwaige andere Einwirkungen keine großen Sorgen machen muss, dass das Paddel einen größeren Schaden nimmt.

Als Anfänger muss man sich bei einem Paddle aus Aluminium jedoch auch bewusst sein, dass diese deutlich schwerer sind als Paddles aus Carbon. Dies kann unter Umständen auch den Fahrspaß trüben, da die Schwimmfähigkeit deutlich geringer ist und die Ausdauer in erhöhterem Maße gefordert wird.

Können alle Paddles in ihrer Größe verstellt werden?

Nein. Es gibt einige Hersteller, welche primär fixe Paddles entwerfen. Daneben gibt es jedoch auch einige Angebote, bei welchen die Paddel verstellt werden können. Auch hier spielt jedoch das Material eine Rolle. Paddles, welche nicht verstellt werden können, werden vornehmlich von Profis oder erfahrenen Sportlern verwendet. Diese wiederum greifen auch nahezu immer auf Paddles aus Carbon zurück.

Demgegenüber gibt es jedoch auch verstellbare Paddles, welche am besten von Anfängern verwendet werden sollten. In diesen Fällen kann man das Paddle nämlich perfekt an die eigene Körpergröße und individuelle Anatomie des Sportlers anpassen. Zudem eignen sich jene Produkte gut für das Reisen, da sie in ihre einzelnen Teile zerlegt werden können.

Aus welchem Material sollte das Paddle an unebenen Stellen im Wasser beschaffen sein?

Unebene Stellen im Wasser können durch starke Strömungen oder viele Steine und Kies verursacht werden. Dabei gilt es jedoch zu differenzieren.

Wenn es darum geht, dass das Paddle besonders robust sein sollte, um eben bei etwaigen Einwirkungen von Steinen noch funktionsfähig zu sein, sollte am besten auf Aluminium zurückgegriffen werden, da dies sehr strapazierfähig ist. Insofern kann man sich als Anfänger auch mal unbedenklich vom Ufer abstoßen.

Wer jedoch im Wasser mit Strömungen performen möchte, sollte auf Paddles aus Carbon zurückgreifen. Diese verfügen über eine erhöhte Schwimmfähigkeit und erzielen in puncto Dynamik eine bessere Leistung. Da das Stand-up-Paddling in Strömungen jedoch ohnehin nicht für Anfänger geeignet ist, gilt auch hier wieder die Regel: Paddles aus Aluminium für Anfänger und Paddles aus Carbon für Fortgeschrittene und Profis.

Welche Paddles sind am günstigsten?

Paddles aus Aluminium sind im Vergleich zu solchen aus Carbon deutlich günstiger, sodass die Preise ab etwa 50 Euro beginnen. Der Stoff Carbon hingegen gehört schon zu den Edel-Materialien, sodass Sie hier mit mindestens dem Doppelten an Kosten rechnen müssen.

Welches Paddle ist leichter?

Im Hinblick auf das Gewicht schneiden Paddles aus Carbon deutlich besser ab. Alu-Paddles hingegen weisen in der Regel mindestens ein Gewicht von 1200 Gramm auf. Wer noch nicht so geübt ist und zum ersten Mal derartige Schlagbewegungen ausführt, kann daher schnell an seine Grenzen stoßen.